Workshops

Die angebotenen Workshops lassen drei inhaltliche Schwerpunkte erkennen: Die der K-Reihe behandeln genuine Kernkompetenzen des Playbacktheaters, die der G-Reihe könnten die Grenzen des Playbacktheaters erweitern, und die der W-Reihe handeln in der einen oder anderen Weise von der Welt, in der wir leben.

Workshopreihe K: Kernkompetenzen

K1: Playbacktheater zum Kennenlernen

Dieser Workshop fällt leider wegen Krankheit aus.

K2: Was ist das Ende von der Geschichte? (Ulrike Krogmann)

Ein schöner Schluss ziert alles. Diese Redewendung gilt auch im Playback-Theater. Jeder kennt die Situation: Ein Fluid ist gelungen, alle Aspekte des inneren Erlebens des Erzähler waren auf der Bühne sichtbar. Es hätte so schön sein können, aber die Spieler finden kein Ende. Was gut begonnen hat, endet mit einem Gähnen. In meinem Workshop werden wir mit Übungen und Spielen trainieren, ein Ende zu bereiten. So lernen wir Szenen auf den Punkt zu spielen und mit einem klaren Ende zu überraschen. Dabei hören wir die Essenz des Erzählten und unterstützen uns darin, selber den Sack zuzumachen.

K3: Übungen zur Essenz der Geschichte (Renate Bonn)

Die Essenz der erzählten Geschichte wiederzugeben macht das Wesen von PlaybackTheater aus. Spürbar für jeden, lässt sie sich nicht direkt erfassen.
Sie schwingt … wie das Leben.
Die Sensibilität für das Wesen einer Geschichte wird nur selten gesondert trainiert;  aber wie wir unser ästhetisches Empfinden schulen können, so auch das Gespür für die tiefere Bedeutung des Erzählten. Das ist das Ziel dieses Workshops.
In verschiedenen Formen experimentieren wir, was jeder in seiner Rolle beitragen kann, um das Herzstück zum Vorschein zu bringen.
„Klingelworte“ und Zwischentöne wahrnehmen, Wendepunkte erkennen, „raushören“ was erzählt werden will!
Wir inspirieren uns gegenseitig und sind erstaunt über all unser intuitives Wissen.

K4: Musik im Playbacktheater (Wolfgang Bunde)
Es gibt Playbacker, die sagen, jeder könne die Musik beim Playback machen. Ich bin nicht der Meinung. Zusammen wollen wir uns dem Thema annähern, Geschichten erzählen, die Quitessenz erkennen und sie in Musik in weitestem Sinne umsetzen.
Gerne auch Geschichten in Musik erzählen.
Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich:)
K5: Auf den Punkt gebracht – Das 1-Minuten-Gedicht im Playback-Theater  (Sandra Ruete & Anne Platzbecker)

Was macht gutes Playbacktheater aus? Das ist nicht leicht auf einen Punkt zu bringen, denn es bedarf vieler Künste. Dennoch, eines der ganz wichtigen Dinge, um die gutes Playback Theater immer wieder kreist, ist genau hinzuhören und die Essenz der erzählten Geschichte zu erfassen und wiedergeben zu können.
Wir begleiten Euch in unserem Workshop zu diesem Thema und möchten Euch eine Aufführungsform vorstellen, die genau dies macht: das Erzählte auf den Punkt zu bringen – das 1 Minuten Gedicht.
Ihr werdet erstaunt sein, was alles in Euch steckt und wieviel Spaß es macht genau hinzuhören!

K6: Pausen und Zwischenräume (Fra Zeller)

ZWISCHENRÄUME und PAUSEN
als künstlerische Elemente in der Umsetzung von Geschichten.

K7: Wahrnehmung und achtsames Zuhören  (Nino Inauri und Peter v. Schlieben-Troschke)

Wahrnehmung heißt zunächst auch, sich selbst wahrzunehmen, auf seinen Körper und die Intuition zu hören. Bei Erzählungen gibt es einen Unterschied zwischen dem, was ich sehe, spüre und höre und den Vorstellungen, die ich dazu entwickeln will. Wir werden die Kunst der Wahrnehmung unserer inneren und äußeren Welt mit einigen interessanten Übungen erforschen. Beim achtsamen Zuhören geht es darum, auch das Ungesagte zu hören: gefühlte Gedanken und Vorstellungen dann auch in Bildern zu erkennen. Und manchmal spüren wir in der Erzählung Appelle vom Teller an uns und das Publikum, was wir denken und fühlen sollen. Anhand unserer Geschichten werden wir in Resonanz gehen und versuchen zu unterscheiden, was berührt uns warum und was gehört für uns respektvoll auf die Bühne.

K8: Fehler im Playbacktheater (Tobias von Schulthess)

„Hätte die Auster Hände, gäbe es keine Perle.“*
Die Auster hat klare Vorstellungen, was zu ihr passt und was nicht. Sandkörner gehören definitiv nicht dazu und sie weiss auch wie sie sich davor schützen kann. Trotz allem verirrt sich immer wieder mal ein Sandkorn in ihren Innenraum. Und sie muss mit dieser Irritation leben. Da Widerstand zwecklos ist, beginnt sie diesen Fremdkörper mit ihrem Perlmutt zu umgarnen und beschenkt uns so mit einer Perle.
Auch wir Playbacker haben ganz klare Vorstellungen, wie kraftvolles und gutes Playback-Theater auszuschauen hat. Trotz sorgfältiger Vorbereitungen und gründlicher Reflexionen geschehen immer wieder Fehler, Irritationen, Missgeschicke und andere Überraschungen, die so gar nicht ins Konzept des Playback-Theaters passen.
Statt der vertrauten Vermeidungsstrategie erforschen wir den neuen Perspektivenwechsel, der grundsätzlich davon ausgeht, dass jeder Fehler ein kreatives Angebot ist, das jenseits unserer Vorstellungen liegt. Schau’s dir an und höre genau hin!

*Zitat von Stephen Nachmanovitch (Impro-Musiker)

Workshopreihe G: Grenzerweiterungen

G1: Playback meets ContactImpro (Joachim Kreutzer)

ContactImpro ist ein improvisierter Tanz mit fließenden Bewegungen und permanentem Körperkontakt mit einem oder mehreren Tanzpartnern. Im gemeinsamen Spiel mit der Balance entstehen spannende bewegte Bilder, die eine Bereicherung für viele Spielformen sind. In diesem Workshop lernen wir die Elemente des ContactImpro kennen und erproben ihren Einsatz im Playback-Spiel. Damit ihr das Gelernte direkt anwenden oder weitergeben könnt, ist es sinnvoll, dass mehrere Spieler aus eurer Gruppe gemeinsam an dem Workshop teilnehmen.

G2: Wir machen Bilder-Geschichten – Statuentheater nach Augusto Boal, Theater der Unterdrückten (Dorothea Erl)

Im Statuentheater geht es darum Gefühle, Stimmungen, aber auch Situationen und Erlebnisse zu verkörpern. Teilnehmer/innen sollen – ohne zu sprechen – Stellung zu einem bestimmten Thema beziehen, indem sie es mit ihrem eigenen Körper (sich in eine Statue stellen) oder mit dem Körper der anderen Teilnehmer/innen (die anderen in eine Statue stellen) bildlich darstellen. Es bringt die Teilnehmenden dazu, in Bildern zu denken. Somit können Gedanken sichtbar gemacht werden, auf die man über gesprochene Sprache und intellektuelles Fragen nicht gekommen wäre.

In diesem Workshop lernen wir Grundelemente des Statuentheaters kennen und reflektieren das Erprobte in Bezug auf unsere Playback-Theaterpraxis. Was davon bereichert unsere Arbeit im Playback-Theater? Wie können wir Stauen in den Proben, aber auch als Form auf der Bühne nutzen? An welchen Stellen hilft es uns, weniger Sprache zu verwenden, unseren Körper mehr einzusetzen und ins Handeln zu kommen?

G3: Psychodramatische Instrumente für den Gruppenprozess (Götz Liefert)

In diesem Workshop lernen wir aus der Vielfalt des Psychodramas drei Methoden kennen, die sich hervorragend dafür eignen, den Gruppenprozess in der Playbackgruppe besser zu verstehen und zu entwickeln.

  • Wir nutzen das Instrument der aktivierenden Skalierung, um die aktuelle Befindlichkeit in der Playbackgruppe zu erheben
  • Mit der „Timeline“ lernen wir eine Methode kennen, die den längerfristigen Entwicklungsprozess der Gruppe erkennen lässt
  • Den „Zauberladen“ – ein Urgestein des Psychodramas – verwandeln wir zu einer Möglichkeit des wertschätzenden Feedbacks in der Gruppe und zur Ressourcenerhebung

Alle Methoden werden gemeinsam erprobt und in ihrer Wirkung erfahren.

G4: Body and Soul – The Power of Transformation (Shirley Legum)

In this workshop we will explore the importance of dramatic transformation in acting playback stories. Playback is healing and invites cathartic experience when emotional transformation is happenning on stage. We can all feel it when it occurs. Through body work and deep acting we will explore this moment and learn skills how to find transformations and act them on stage. It is better that participants will come dressed in comfortable clothes for body work.

G5: Auf dem Weg zur Verbundenheit (Markus Hühn)

Der Workshop gibt paktische Anregungen, wie im Gruppentraining Verbundenheit, Vertrauen und intensive Kommunikation möglich sein kann. Eine Vorraussetzung für das gemeinsame SEIN auf der Bühne. Wir werden kein Playback Theater spielen.

G6: Fooling trifft Playbacktheater (Norbert Bender)

Fooling wurde von Frankie Anderson (GB) vor ca. 30 Jahren entwickelt. Der Fool ist der Narr der alles auf der Bühne sein kann und alle Stimmen und mit allem spielen kann. Seine eigenen inneren Stimmen zu spielen und gut zu kennen kann sehr hilfreich für das Playbacktheaterspielen sein. Z.B. bei den Pairs werden ambivalente Stimmen gespielt. Ich spiele seit knapp 3 Jahren regelmäßig Fooling und möchte einen Einblick in diese faszinierende Welt geben.

G7: Symbole sehen und verstehen (Reinhard Strenzl)

Wenn von der Königin bis zum Schweinhirten alle auf einem stolzen Ross oder Esel durch den Wald reiten. Der Wolf den Weg vom Fuchs kreuzt und in der Ferne ist das feuerrote Schloss erkennbar. Sieben Kämpfe mit Kobolden, Hexen, Feen und dem Teufel müssen austragen werden … und wenn sie nicht gestorben sind, dann …
Erzähltheater, vor allem das Erzählen von Märchen, basiert auf der mündlichen Weitergabe von gehörten Geschichten und verwendet dabei eine symbolhafte Sprache, die gebiets-, kultur- und sprachübergreifend verstanden wird:
Durch die Symbole wird eine Metaebene angesprochen, die auch im Playback Theater genutzt werden kann. Durch die bildhafte und symbolreiche Sprache aus der Märchenerzählung kann das eigene Spiel erweitert werden. Mit praktischen Übungen wird das Erlernte vertieft.

Workshopreihe W: Die Welt, in der wir leben

W1: SPURENSUCHE – Ost-West Geschichten im Echo der Zeiten.  Zwei Frauen im Dialog – mit PLAYBACK & THEATER (Andrea Schulze, Jutta Heppekausen)

Andrea und Jutta laden zu einem WEST-OST Dialog ein:
über Prägungen, Identitäten, Grenzen, Wendepunkte und Neu-Ausrichtungen – über Werte, Würde und Resilienz – über Lebenserfahrungen in denen persönliche, soziale und politische Strömungen ineinandergreifen, das Leben wandeln und Geschichte(n) schreiben. Im Echo-Raum deutscher und europäischer Geschichte werden aktuelle Beunruhigungen und Hoffnungen auf der Playback-Bühne sichtbar.
GRENZEN überwinden und setzen / WERTE erhalten und wandeln / WÜRDE entdecken und zurückgewinnen / FRIEDVOLLE KRÄFTE entfalten und artikulieren.
Uns mit Hoffnung, Herzblut und Entschlossenheit für MENSCHLICHE RECHTE einsetzen und Begegnungen für Verständnis stiften – die Hoffnung auf friedvolles Zusammenleben bekräftigen und
uns zu neuen Utopien ermutigen – uns gegenseitig stärken mit Erfahrungen, Geschichten und Liedern – Deine und meine STIMME zählt.

Andrea Schulze: 65 Jahre – „Ostdeutsche“ BRD Bürgerin
Jutta Heppekausen: 64 Jahre – „Westdeutsche“ BRD Bürgerin

W2: Wohnortgeschichte(n) – wie mich mein Ort prägt. Eine Entdeckungsreise mit Playbacktheater (Mareike Sürder)

Wir wohnen an ganz verschiedenen Orten und jede Gegend hat ihre schönen und ihre weniger schönen Seiten. Im Laufe der Zeit gab es überall Ereignisse, die die Region geprägt haben.

Ich möchte mit Euch auf Entdeckungsreise gehen, um herauszufinden, inwiefern uns unser Wohnort und seine alte und neue Geschichte beeinflusst, was es für einen Unterschied macht, ob jemand hier oder da wohnt. Playbacktheater soll uns dabei dienen, unsere Geschichte mit der unseres Wohnortes in Verbindung zu bringen.

Ich bin gespannt auf Eure Geschichten!

W3: Fremdem begegnen (Katharina Witte)

Das Playbacktreffen findet erstmalig in Ostdeutschland statt. Ich kenne viele Westdeutsche, die nach der Wende noch nie in Ostdeutschland waren (Berlin ausgenommen). Ist das Angst vor Fremdem? Angst vor Verlust der eigenen liebgewonnenen Projektionen? „Die geistige Grenze ist auch heute noch ziemlich dicht“ (Christian Hein, SZ 24.8.18) Aber nicht nur hier, wir begegnen immer wieder Fremdem und Fremden (Situationen und Menschen), was Angst macht oder in erfrischende Verwirrung wirft und uns auffordert, das Fremde in uns selbst erkennen. Wir spielen zu unseren derartigen Erfahrungen und erforschen gleichzeitig die Darstellbarkeit von Fremdheit auf der Bühne.